Auszug aus der

Festschrift

aus Anlaß des


Bezirksschützen-


festes 1966



verbunden mit


Fahnenweihe

am 19. Juni 1966

 

  Die Bruderschaft wird unter dem Namen "Confraternitas St. Antonii in Niederkrüchten" zum ersten Mal im Jahre 1430 erwähnt. Die Dokumente und Urkunden aus denen das Gründungsjahr 1430 hervorgeht, liegen in Archiven der niederländischen Stadt Roermond und Amsterdam. Daselbst werden auch Platten des Schützensilbers, von denen die älteste aus dem Jahre 1664stammt, aufbewahrt. Leider sind diese Urkunden und Silberplatten für die Bruderschaft nicht verfügbar.

   Aus den Schriften, die im Besitz der Bruderschaft sind, ist nur ein Teil des langen Weges der Confraternitas St. Antonii zu verfolgen. So läßt sich aus alten Protokollbüchern entnehmen, daß das Schützensilber im Jahre 1781 aus 33 Platten, 1 Kette und 1 Vogel bestanden hat, und ein Gewicht von 2 Pfund und 26 '/4 Lot hatte. Vom Jahre 1781 bis zum Jahre 1805 tritt eine Lücke in den Niederschriften auf. Es scheint, daß in der unruhigen und kriegerischen Zeit von 1788?1804 das Schützenleben unterbrochen wurde. Außerdem wird vermutet, daß der damalige Kaiser das Schützensilber von der Bruderschaft verlangte. Im Jahre 1767 weihte die Bruderschaft eine neue Fahne, die im Jahre 1853 von dem Maler Vent aufgekauft wurde.

   Von 1804?1862 läßt sich die Geschiente der Bruderschaft ziemlich lückenlos verfolgen. In alten Protokollbüchern sind die Namen von 26 Schützenkönigen aufgeführt, von denen die Platten und Sterne des heutigen Schützensilbers gestiftet wurde.

   In den Jahren 1878 und 1902 wurden nochmals neue Fahnen geweiht. In der Zeit von 1902?1914 ist ein Schützenkönig erwähnt, der heute noch am Bruderschaftsleben teilnimmt, der Ehrenbrudermeister Wilhelm Randerath sen.sen.(1911) Vom Ausbruch des ersten Weltkrieges bis zum Jahre 1920 wurde es wiederum still um das Bruderschaftsleben in Niederkrüchten.Die Reihe der Schützenkönige wird dann im Jahre 1920 von Hermann Bongartz wieder fortgesetzt. 1928 wurde die Bruderschaft in den ?Diözesanverband vom Hl. Sebastian im Bistum Aachen" aufgenommen.

   1930 wurde anläßlich des 500-jährigen Bestehens der Bruderschaft wiederum eine neue Fahne geweiht. Bei diesem Fest trug Albert Wolters das Königssilber. Der letzte Schützenkönig vor Ausbruch des 2. Weltkrieges war Werner Hommen. Kaum waren 1939 die Festlichkeiten der Bruderschaft verrauscht, als der 2. Weltkrieg ausbrach. Viele Schützenbrüder wurden zu den Waffen gerufen. Fast sechs Jahre dauerte das schreckliche Völkerringen, bei dem der Tod reiche Ernte auch bei unseren Schützenbrüdern hielt.

   Am 28. Februar 1948 wurde der St. Antoniusbruderschaft, Niederkrüchten, die Zugehörigkeit zum ?Diözesanverband vom Hl. Sebastianus im Bistum Aachen" aufs Neue bestätigt. Pfingsten 1949 war der erste Vogelschuß der Nachkriegszeit. Wegen des Schußwaffenverbotes der Besatzungsbehörden wurde der Vogel mit der Armbrust geschossen. Gustav Götzen errang damals die Königswürde. Die große Beteiligung von Alt und Jung bei den darauffolgenden Prunkfeierlichkeiten ließ ein frohes Wiedererwachen des Schützenlebens erwarten.

   Im Jahre 1950 wurde dann unter der Regentschaft von Schützenkönig Anton Bronckhorst abermals eine neue Fahne geweiht, die aus den Spenden der Mitglieder finanziert wurde. Von diesem Zeitpunkt an war im Schützenleben Niederkrüchtens ein stetiger Aufschwung zu verzeichnen, der aber Ende der 50er Jahre durch das rasche Ansteigen des Straßenverkehrs eine jähe Unterbrechung erfuhr.

   Heute weiht die St. Antoniusbruderschaft wieder eine neue Fahne. Aus diesem Grunde findet das Bezirksschützenfest 1966 in Niederkrüchten statt. Es bleibt zu hoffen, daß das Bruderschaftsleben trotz der bestehenden Schwierigkeiten noch lange erhalten bleibt und die alten Traditionen gewahrt werden können für



GLAUBE, SITTE, HEIMAT


Schützenkönig 1966 Leo Smeets mit seinen Ministern Herbert Smets und Klaus Vosdellen
und Gefolge