Eine Satzungsänderung, die auch die Aufnahme von weiblichen Mitgliedern in die St. Antonius Schützenbruderschaft Niederkrüchten möglich macht, war Kernpunkt einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 25. April 2008 im Gasthof Lücker.

b1.jpeg
Die gesamte Versammlung stand ausschließlich unter dem Thema Änderung und Aktualisierung der Vereinssatzung – gegliedert in 4 Beschlussfassungen.
Die ersten drei Beschlüsse dienten der Anpassung an die Vorgaben des Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, der Aufnahme von Datenschutzklauseln, Anpassung an zeitgemäßen Regularien sowie der Formulierung unmissverständlicher Wahl- und Abstimmungsregeln. Diesen Anträgen ist einstimmig stattgegeben worden.
Unter Tagesordnungspunkt 7 wurde es dann jedoch spannender. Hier hatte der Vorstand einen Antrag auf die Tagesordnung gebracht, der die Streichung des Zusatzes „männlich“ bei der möglichen Aufnahme von Mitgliedern vorsieht, um damit den Weg zur Aufnahme weiblicher Mitglieder freizumachen. Basis dieses Antrages war ein ähnliches Anliegen, welches durch den amtierenden Schützenkönig Herbert Schmitz bei der letzten Jahreshauptversammlung eingebracht wurde und damals bereits eine überragende Mehrheit der Mitglieder hinter sich vereinte. Da die dazu notwendige Satzungsänderung jedoch nicht spontan als Antrag in die Jahreshauptversammlung aufgenommen werden konnte, beschloss der Vorstand eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Erstmalig wurde ein solches Anliegen bereits 1995 eingebracht und danach mehrfach diskutiert. Seinerzeit ohne große Befürwortung innerhalb der Mitglieder.
b4.pngRasante gesellschaftliche Veränderungen (Single-Haushalte, Alleinerziehende, riesiges Hobby- und Freizeitangebot, TV, Internet, etc.) zwingen auch Bruderschaften zum Umdenken und Einschlagen neuer Wege um zukunftssicher zu werden. Die Aktivierung der Jugendlichen und Kinder für das Bruderschaftswesen wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Neubürgerfamilien müssen wesentlich intensiver an den Bruderschaftsgedanken herangeführt werden bis hin zur Gewinnung neuer Mitglieder. Vor diesem Hintergrund eröffnet die Ansprache von Familien, insbesondere über die Frauen und Mütter, neue Zugangswege und Möglichkeiten. Schon bisher haben sich die Damen auf vielfältige Weise verdient gemacht (Uniformaufbereitung, Röschendrehen, Begleitung der Schützen zu vielen Festivitäten, Serviceleistungen bei diversen Veranstaltungen, etc.). Diese weibliche Unterstützung wurde bisher als gegeben hingenommen, kann aber vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Veränderungen nicht mehr als unbedingt selbstverständlich angesehen werden. So formulierte Gerhard Welters das Anliegen des Vorstandes.
Der Vorstand verspricht sich von den aktiven Teilnahmemöglichkeiten von Frauen die Verstärkung des weiblichen Engagements und einen leichteren Zugang zu Kindern und Jugendlichen.
b3.jpeg
Mit großer Erleichterung nahm der Vorstand dieses eindeutige Votum auf. Man freut sich nun über viele neue Möglichkeiten, die weitere Zukunft des Vereins positiver gestalten zu können. Eine noch breitere Basis innerhalb der Dorfgemeinschaft - und darüber hinaus - soll ein guter Boden sein, auf dem der nun bereits seit 578 Jahren bestehende Verein zukunftssicher weiter gedeihen kann und soll.
Unmittelbar im Anschluss an die Versammlung nutze bereits die Gastwirtin des Versammlungsortes, Birgit Smets, die Gelegenheit, als erste Frau Vereinsgeschichte zu schreiben und beantragte ihre Mitgliedschaft beim Brudermeister.
b2.jpeg